Frisch,
Fromm, Fröhlich, Frei
Vier
Worte nenn` ich hier inhaltsschwer, ich will sie als Turner
dir deuten,
Denn diese vier Worte so stolz und hehr, umfassen
all` unsere Mühen und Freuden.
Und bleib`st du dem Sinn der
vier Worte treu, dann wirst du erst frisch, fromm, fröhlich, frei.
So
frisch wie in klarer Welle der Fisch, frisch wie im grünen Busche das
Reh;
Wie in blauer Luft der Vogel so frisch, nicht kümmere
dich Sturmwind, Regen noch Schnee,
Dann steh`st in Gefahren
und Trübsal schwer, du fest wie der Felsen im brausenden Meer.
Fromm
sei der Turner, den Pfad der Jugend Verlaß er nicht einen Augenblick,
Er
genieße die frische, die fröhliche Jugend, denn nichts bringt die
goldene Zeit ihm zurück.
So süß auch die Stimme des Lasters
klingt, den wahren Frieden die Tugend nur bringt.
Der Turner
sei fröhlich, die Fröhlichkeit der frischen, heiteren Jugend,
Gepaart
mit offener Biederkeit, ziert ihn, als eine herrliche Jugend.
Fröhlichkeit,
Treue und biederer Sinn, schafft Freunde dir als reichen Gewinn.
Frei
sei der Turner, von eitlen Tand und Streben, von Neid, von Missgunst,
Stolz und Heuchelei.
Und ringt er frei, die kurze Zeit im
Leben, nach jenem Ziel der edlen Turnerei,
Wo man nicht fragt:
“Weß Standes bist du,reich?”
Wo wahre Menschenwürde macht die
Menschen gleich
Bedrängte Unschuld schützt, die wahre Jugend
ehrt,
Dann ist der Turner frei, und jeden lieb und werth.
F.L.Jahn